Das freispiel-Abzeichen

Marketing, das Zielgruppen nach Geschlecht trennt – das sogenannte Gendermarketing – suggeriert eine in Zwei geteilte Welt, ordnet Eigenschaften und Fähigkeiten, Wünsche und Interessen jeweils nur einem Geschlecht zu, reproduziert in seinen Botschaften stereotype Rollenbilder und trägt mit dazu bei, dass die Wahlfreiheit von Kindern zunehmend eingeschränkt wird. Gendermarketing hat in den vergangenen 12 bis 15 Jahren dafür gesorgt, dass die Vorstellungen davon, was eine Frau, ein Mädchen zu sein hat, und wie ein Junge, ein Mann eben so sei, immer enger geworden sind, und dass Kinder und Erwachsene, die dieser Norm nicht genügen (wollen), schon viel früher als untypisch, anders, unnormal behandelt werden.

Das freispiel-Abzeichen ehrt Unternehmen, die sich diesem Trend widersetzen, die in ihren Kommunikations- und Verkaufsstrategien explizit dafür eintreten, dass Kinder und Erwachsene Wahlfreiheit haben, anstatt in eine normierende rosafarbene beziehungsweise hellblaue Schublade gesteckt zu werden.


Das freispiel-Abzeichen wird 2019 zum ersten Mal verliehen

… und geht an die Wildling Shoes GmbH, Anna & Ran Yona, Gummersbach mit folgender Begründung:

  • Der Blog-Artikel „Über Räubertöchter und wilde Kerle – oder warum unsere Schuhe unisex sind“ vom 11. April 2019 auf den Seiten des Unternehmens räumt auf mit dem gängigen Vorurteil, Männer und Frauen hätten aufgrund ihres Geschlechts unterschiedliche Füße und bräuchten deshalb auch unterschiedliche Schuhe.
  • Im Online-Shop der Wildling Shoes GmbH gibt es keine Unterteilung des Sortiments in die Kategorien männlich / weiblich.
  • Werbung und Design verzichten auf eine geschlechtliche Zuordnung der Produkte.
  • Eigenschaften, Fähigkeiten und Interessen der Zielgruppe werden nicht einem Geschlecht zugewiesen.

Die Übergabe findet am 22. Mai im Rahmen der öffentlichen Verleihung des Goldenen Zaunpfahl im Theater Hebbel am Ufer, Berlin statt. >> Details

Das freispiel-Abzeichen ist eine Einladung, gemeinsam Strategien zu entwickeln und andere Unternehmen zu überzeugen, dass geschlechterreflektierte Produkte und Kampagnen mehrheitsfähig werden. Die Verleihungsurkunde wird deshalb von beiden Vertragsparteien unterzeichnet.

Foto: Wildling Shoes GmbH