Argumente für den Medienkoffer

Ob in Büchern, Filmen, Computerspielen … überall werden Kinder mit limitierenden Rollenbildern konfrontiert, mit Botschaften, die ihnen vermitteln, wie Jungen angeblich so sind, was Mädchen zu interessieren hat, was einen richtigen Mann ausmache, und was typisch sei für eine Frau.
Und ganz viele Kinder kommen in diesen Geschichten überhaupt nicht vor, weil ihre Hautfarbe, Herkunft oder Religionszugehörigkeit nicht der vermittelten Norm entspricht, weil sie nur ein Elternteil haben, in einer #regenbogenfamilie leben, weil sie eine Behinderung oder einfach nur andere Interessen und Wünsche haben als die, die von ihnen erwartet werden.
Der klische*esc-Medienkoffer hilft dabei diese Themen in den Fokus pädagogischer Arbeit zu stellen und Kindern vielfältige Identifikationsmöglichkeiten zu bieten. Hier finden Sie Argumente, die für die Nutzung der Medienkoffer im pädagogischen Umfeld sprechen:

1. Repräsentation

Fehlende Repräsentation und das dadurch vermittelte Gefühl des Andersseins der eigenen Person oder Familie kann zu Ausschluss und Diskriminierung führen. Deshalb ist es wichtig, die Themen Toleranz und Solidarität, Ausgrenzung und Mobbing, Zugehörigkeit und Normalität mit Kindern in der pädagogischen Praxis aufzugreifen.
Die Kinderbücher in unseren Medienkoffern und Büchertaschen zeigen eine Vielfalt an Körpern, Familienformen, Kulturen und Behinderungen, damit sich jedes Kind darin wiederfinden kann. Denn nur wenn sie Vorbilder haben, in denen sie sich selbst erkennen können, lernen sie, dass sie dazu gehören und ein selbstverständlicher Teil der Gesellschaft sind. Aber Kinder sehen so nicht nur sich selbst repräsentiert, sondern auch welche anderen Lebensrealitäten es neben ihrer eigenen gibt und lernen so ganz natürlich andere Menschen so zu akzeptieren, wie sie sind.

 

2. Abbau von Stereotypen

In vielen Kinderbüchern sind es noch immer die Jungen, die hauptsächlich die Abenteuer erledigen, während sich die Mädchen lieber zum Schminken oder auf dem Ponyhof treffen. Genauso wie es häufig die Mütter sind, die den Großteil der Care-Arbeit übernehmen, die Kinder zum Kindergarten bringen und Freizeitaktivitäten planen, für die Familie kochen und sich um den Haushalt kümmern, während die Väter zum Abenteuer erleben da sind, zum Erkunden und für alles Handwerkliche und Technische – wenn sie überhaupt zuhause sind und nicht bei der Erwerbsarbeit.
Aber das geht auch anders. Mädchen, die zu Ritterinnen werden und Jungen, die ihre Gefühle zeigen, stellen sich stereotypen Darstellungen entgegen und zeigen, dass jede*r werden kann, was er*sie möchte! Um Kinder dabei zu unterstützen, ihren eigenen Interessen nachzugehen, ohne in gesellschaftliche Schubladen gesteckt zu werden, suchen wir Bücher aus, die bewusst mit Stereotypen brechen und zeigen, was alles möglich ist.

 

3. Förderung von Empathie und Verständnis

All das trägt dazu bei, dass Kinder schon früh lernen, dass alle Menschen anders sind und verschiedene Bedürfnisse und Interessen haben. Aber auch, dass es viele Gemeinsamkeiten gibt und Unterschiede nichts Negatives sind.
Durch die verschiedensten Protagonist*innen, die alle ihre eigene besondere Geschichte erleben, können die Kinder neue Perspektiven einnehmen und lernen den respektvollen Umgang mit allen Menschen.

 

4. Gesetzliche Verpflichtung zum aktiven Abbau von Benachteiligung

Das Grundgesetz enthält eine ausdrückliche Handlungsverpflichtung zur Beseitigung von Nachteilen (Artikel 3, Abs. 2, Satz 2). Auch die “Bildungsgrundsätze in der Kindertagesbetreuung und Schulen im Primarbereich NRW” und vielen anderen Bundesländern fordern eine geschlechtersensible Haltung und Genderkompetenzen von Fachkräften, sodass Gleichberechtigung und Gleichachtung tatsächlich gelebte Basis im Alltag von Kindern werden können.
Pädagogische Fachkräfte in Kindertagesstätten und Grundschulen, in der offenen Ganztagsbetreuung und Freizeiteinrichtungen sind also verpflichtet, die oben genannten Themen rund um Normierung, Unterschiede und Gemeinsamkeiten mit Kindern aufzugreifen. Nur so können sie ein wirksames Gegengewicht schaffen zu Ausgrenzungen durch Rassismus, Sexismus, Trans- oder Homophobie und im Sinne des Kinder- und Jugendhilfegesetzes einen aktiven Beitrag leisten, um Benachteiligungen abzubauen (vgl. § 9 III KJHG).“

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Klische*esc e.V. unterstützt mit diesem Projekt die 17 Globalen Ziele für Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals), insbesondere Ziel 5 „Geschlechtergleichstellung erreichen“ und Ziel 10 „Ungleichheiten beseitigen“, sowie Ziel 4 „Hochwertige Bildung gewährleisten“.

Wozu ein Medienkoffer?

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