Newsletter vom 22.10.2019

Liebe•r klische*esc – Freund•in!

Der Goldene Zaunpfahl: Die Einreichung des Monats

Nach der Männerpflanze von Fleurop, ist die Spannung groß, was denn nun wohl als nächstes kommt. Und tatsächlich. Wir werden nicht enttäuscht. Diesen Monat gewinnt diesen ehrenhaften Titel:

Die „Deutsche Rentenversicherung“ mit ihrem Flyer „Rente und Verdienst – flexibel in den Ruhestand“

Der Flyer zeigt eine ältere, weiße Frau, die lachend und frohen Mutes … putzt. Ja, sie putzt. Weil Frauen oft von Altersarmut bedroht sind, ist die „Deutsche Rentenversicherung“ der Meinung, sie können ja flexibel bleiben und noch ein bisschen putzen gehen. Dass die Renten oft zu niedrig sind, weil Frauen zu Hause unbezahlt wichtige Erziehungs- und Pflegearbeit leisten – geschenkt! Kritik am System ist fehl am Platz, lieber bedient die „Deutsche Rentenversicherung“ weiterhin alte Rollenbilder. Frauen die Care-Arbeit leisten und dafür zu wenig Rente haben. Und dann eben wieder putzen gehen. Der Equal Care Day lässt grüßen.

Mehr Infos findet ihr auf der Website des Goldenen Zaunpfahls.

Wer gern im eigenen Netzwerk vom flexiblen Ruhestand für Frauen erzählen will, kann dafür die Hashtags #klischeeolé und #GoldenerZaunpfahl verwenden. Und gerne auch der „Deutschen Rentenversicherung“ Feedback geben, etwa über die Facebook-Seite oder den Kundenservice.

Hinter den Kulissen: Die Homepage für den Equal Care Day ist online!

Der Equal Care Day findet am 29.2.2020 statt und soll darauf aufmerksam machen, dass 80 Prozent der Care-Arbeit von Frauen übernommen wird, sei es im privaten, im professionellen oder im ehrenamtlichen Bereich. Save the date und kommt nach Bonn am 28./29. Februar 2020 zur zweitägigen Konferenz mit BarCamp und Abendprogramm. Wir wollen gemeinsam ein Manifest schreiben – seid dabei!

Wer sich auf anderen Wegen für das Sichtbarmachen dieser Ungleichheit einsetzen will, ist zudem herzlich dazu eingeladen sich mit uns zu vernetzen und selbst eine Veranstaltung am 28. oder 29. Februar zu planen oder an einer anderen überregionalen Veranstaltung teilzunehmen. Weitere Infos findet ihr hier.

Aus der Wissenschaft: Frauen wurden bis in die 90er Jahre nicht in klinische Studien einbezogen

Im Gespräch mit dem Guardian erzählt Gabrielle Jackson von den Recherche-Ergebnissen für ihr neues Buch „Pain and Prejudice“. Sie verweist unter anderem auf Studien, die zeigen, dass Krankheiten bei Frauen im Vergleich zu Männern später diagnostiziert werden, sie länger auf Schmerz-Medikation warten, ihre physischen Symptome öfters als psychosomatische Probleme gedeutet werden, und medizinisches Fachpersonal Frauen öfter ignoriert oder ihre Aussagen nicht anerkennt. Nach Gabrielle Jackson ist ein wesentliches Problem, dass Medikamente deutlich seltener an Frauen getestet wurden, als an Männern. So wurden 80 Prozent aller Schmerz-Medikamente an Männern getestet, obwohl 70 Prozent der Schmerz-Patientinnen Frauen sind. Den vollständigen Artikel (auf Englisch) findet ihr hier.

#RosaHellblauFalle  

Tipps für den Alltag: Medizinisches Fachpersonal

Frauen, transidente Personen und nicht-binäre Menschen werden bei Schmerzen oder Krankheiten in ihren Aussagen oft nicht ernst genommen, belächelt oder gerade heraus diskriminiert. Es ist mühsam und ermüdend. Gerade wer Schmerzen hat oder krank ist, hat keine Energie zum Streiten und Diskutieren oder die Diskriminierung in der Situation überhaupt sofort wahrzunehmen. Ein Tipp ist eine Vertrauensperson in die Praxis oder die Klinik mitzunehmen. Diese kann dazu beitragen, das eigene Auftreten zu stärken oder auch selbst die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt durch Rückfragen und Klarstellungen zur Zurückhaltung zwingen. Zudem gibt es so eine zweite Meinung im Reflexionsprozess danach. Ein Brief an die jeweilige Krankenkasse oder an die Ärztekammer kann eine Option sein, die im Hinterkopf behalten werden kann.

Unterstützung

unserer Arbeit zum Beispiel mit einem Einkauf über den Bildungsspender. Über diesen Link könnt Ihr online bei über 6.000 Shops einkaufen und unterstützt dabei ganz nebenbei den Verein klische*esc. 

Wir wünschen eine bunte Zeit und gute Nerven!
Valerie
für das klische*esc-Team

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